Was verursacht eine Erektionsstörung?

Erektile Dysfunktion (ED) kann viele Ursachen haben, wie z.B. bestimmte Krankheiten, Medikamente und Stress.

Es ist daher wichtig, die Ursache der erektilen Dysfunktion zu identifizieren und die zugrunde liegenden Erkrankungen zu behandeln.

Erektionen

Wenn ein Mann sexuell erregt ist, sendet sein Gehirn Signale an die Nerven in seinem Penis. Die Nerven erhöhen den Blutfluss zum Penis, wodurch sich das Gewebe ausdehnt und verhärtet.

Jegliche Störungen des Nervensystems oder der Durchblutung können zu einer Erektionsstörung führen.

Alles, was das Niveau des sexuellen Verlangens (Libido) beeinflusst, kann ebenfalls eine Erektionsstörung verursachen, da eine verminderte Libido es für das Gehirn schwieriger macht, eine Erektion auszulösen. Psychische Bedingungen, wie Depressionen, können die Libido reduzieren, ebenso wie Veränderungen im Hormonspiegel (vom Körper produzierte Chemikalien).

Physische Ursachen

Es gibt vier Hauptarten von Gesundheitszuständen, die körperliche Probleme verursachen können und zu einer erektilen Dysfunktion führen können. Diese sind:

  • Umstände, die den Blutfluss zu Ihrem Penis beeinträchtigen – vaskulogen
  • Erkrankungen des Nervensystems, bestehend aus Gehirn, Nerven und Rückenmark – neurogene Erkrankungen
  • Störungen, die den Hormonspiegel beeinflussen – hormonell
  • Beschwerden, die die körperliche Struktur Ihres Penis beeinflussen – anatomisch geformt

Verletzungen und Operationen

Penisverletzungen oder eine chirurgische Behandlung des Penis, des Beckens oder der umliegenden Bereiche können unter Umständen zu einer erektilen Dysfunktion führen.

Es wird vermutet, dass erektile Dysfunktion auch bei bis zu 15-25% der Menschen auftritt, die eine schwere Kopfverletzung erleiden.

Vaskulogene Bedingungen

Beispiele für vaskulogene Erkrankungen, die eine erektile Dysfunktion verursachen, sind:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen – eine Erkrankung des Herzens oder der Blutgefäße, wie z.B. Atherosklerose (Verhärtung der Arterien) 
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Diabetes – eine Erkrankung, die durch einen hohen Blutzuckerspiegel verursacht wird. Dies kann sowohl die Blutversorgung als auch die Nervenenden in Ihrem Penis beeinträchtigen, so dass es sich auch um eine neurogene Erkrankung handelt.

Erektile Dysfunktion ist stark mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Aus diesem Grund ist es möglicherweise eine der ersten möglichen Ursachen, die Ihr Hausarzt bei der Diagnose und Planung Ihrer Behandlung in Betracht zieht.

Neurogene Erkrankungen

Beispiele für neurogene Erkrankungen, die eine erektile Dysfunktion verursachen können, sind:

  • Multiple Sklerose – eine Erkrankung, die die Handlungen des Körpers, wie Bewegung und Gleichgewicht beeinträchtigt. 
  • Parkinson-Krankheit – eine Krankheit, die die Art und Weise beeinflusst, wie das Gehirn die Körperbewegungen koordiniert, einschließlich Gehen, Sprechen und Schreiben.
  • eine Wirbelsäulenverletzung oder -störung
  • ein Schlaganfall – eine schwere Beeinträchtigung, die auftritt, wenn die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen wird.

Hormonelle Bedingungen

Beispiele für hormonelle Bedingungen, die eine Erektionsstörung verursachen, sind:

  • Hypogonadismus – eine Erkrankung, die die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron beeinflusst und ungewöhnlich niedrige Werte verursacht. 
  • Eine überaktive Schilddrüse (Hyperthyreose) – bei der zu viel Schilddrüsenhormon produziert wird.
  • Eine unteraktive Schilddrüse (Hypothyreose) – bei der nicht genügend Schilddrüsenhormon produziert wird. 
  • Cushing-Syndrom – eine Erkrankung, die die Produktion eines Hormons namens Cortisol beeinflusst.

Anatomische Bedingungen

Die Peyronie-Krankheit, die das Gewebe des Penis befällt, ist ein Beispiel für einen anatomischen Umstand, der eine Erektionsstörung verursachen kann.

Medizin 

Bei einigen Männern kann die Einnahme bestimmter Medikamente eine Erektionsstörung verursachen oder begünstigen, unter anderem:

  • Diuretika – diese erhöhen die Urinproduktion und werden häufig zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie), Herzinsuffizienz und Nierenerkrankungen eingesetzt. 
  • Blutdrucksenker – wie z.B. Beta-Blocker, die bei Bluthochdruck eingesetzt werden.
  • Fibrate – Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels
  • Antipsychotika – werden zur Behandlung einiger psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie eingesetzt. 
  • Antidepressiva – zur Behandlung von Depressionen und einigen Arten von Schmerzen.
  • Kortikosteroide – Medikamente, die Steroide enthalten und eine Art Hormon sind.
  • H2-Antagonisten – Medikamente zur Behandlung von Magengeschwüren
  • Antikonvulsiva – zur Behandlung von Epilepsie
  • Antihistaminika – zur Linderung allergischer Gesundheitszustände, wie z.B. Heuschnupfen.
  • Anti-Androgene – Medikamente, die Androgene (männliche Sexualhormone) unterdrücken. 
  • Zytotoxika – Medikamente, die in der Chemotherapie eingesetzt werden, um die Teilung und das Wachstum von Krebszellen zu verhindern.

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, wenn Sie besorgt sind, dass ein verschriebenes Medikament eine Erektionsstörung verursacht. Möglicherweise sind alternative Medikamente verfügbar. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Sie die Einnahme eines verschriebenen Medikaments niemals einstellen dürfen, es sei denn, Sie werden von einem qualifizierten Arzt, der für Ihre Behandlung verantwortlich ist, dazu aufgefordert.

Psychologische Ursachen

Mögliche psychologische Ursachen für eine Erektionsstörung sind:

  • Depression – Gefühle extremer Traurigkeit, die lange andauern.
  • Angst – ein Gefühl des Unbehagens, wie z.B. Sorge oder Angst.

Erektile Dysfunktion kann häufig sowohl physische als auch psychische Ursachen haben. Wenn Sie zum Beispiel an Diabetes leiden, kann es für Sie schwierig sein, eine Erektion zu bekommen, was wiederrum dazu führen kann, dass Sie sich über die Situation Sorgen machen. Die Kombination von Diabetes und Angst kann dann zu einer ganzen Episode der erektilen Dysfunktion führen.

Es gibt außerdem eine Vielzahl von emotionalen Problemen, die sich ebenfalls auf Ihre körperliche Fähigkeit zur Erektion oder zum Erhalt einer Erektion auswirken können. Dazu gehören:

  • Beziehungsprobleme
  • Mangel an sexuellem Know-how
  • Frühere sexuelle Schwierigkeiten
  • Vergangenheit sexuellen Missbrauchs
  • Eine neue Beziehung. 

Andere Ursachen

Weitere mögliche Ursachen für Erektionsstörungen sind:

  • Übermäßiger Alkoholkonsum 
  • Müdigkeit
  • Verwendung illegaler Drogen wie Cannabis, Heroin oder Kokain.

Radfahren

Männern, die mehr als drei Stunden pro Woche Rad fahren, kann empfohlen werden, eine Zeit lang keine Radtouren mehr zu unternehmen, um zu prüfen, ob dies zur Verbesserung der erektilen Dysfunktion beiträgt.

Das Radfahren in der richtigen Position mit einem geeigneten Sattel kann außerdem zur Vermeidung von Erektionsstörungen führen, wenn regelmäßiges Radfahren zu einer erektilen Dysfunktion beiträgt.

Dr-Caroline-Fontana

Dr. Caroline Fontana

Expertin für Erektionsstörungen bei 121doc.de

Dr. Caroline Fontana machte ihren Doktor im Jahr 2011 an der Positivo Universität in Brasilien. Sie ist aktives Mitglied der Royal Society of Medicine und British Medical Association. Alle Artikel von Dr. Fontana ansehen.

Quellen und weitere Literatur

  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Leitlinien für Diagnostik und Therapie der Erektilen Dysfunktion
    http://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2012/pdf/ll_82_2012_diagnostik_und_therapie_der_erektilen_dysfunktion.pdf
  • Kölner Studie zur Prävalenz (Häufigkeit) von Erektionsstörungen (2000)
    https://www.researchgate.net/publication/245698410_Die_Pravalenz_von_mannlichen_Erektionsstorungen_in_Deutschland_heute_und_in_der_Zukunft_-_The_prevalence_of_male_erectile_dysfunction_in_Germany_today_and_in_the_future_-
  • Patientenmobilität in der EU
    https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/p/patientenmobilitaetsrichtlinie.html § 73 des Arzneimittelgesetzes (AMG) http://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/__73.html
  • Sicherer Arzneimittelkauf im Internet
    https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Versandhandel/_node.html
  • WHO – gefälschte Arzneimittel aus dem Internet (2010)
    https://www.who.int/bulletin/volumes/88/4/10-020410/en/
  • Zoll zum Thema Arzneimittelbestellung aus dem EU Ausland
    https://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Postsendungen-Internetbestellungen/Sendungen-innerhalb-der-EU/Einschraenkungen/Arzneimittel/arzneimittel_node.html

War dieser Beitrag hilfreich?

Ähnliche Beiträge