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Selbsthilfe

Ursachen von Erektionsstörungen

Millionen Männer in Deutschland leiden an Erektionsstörungen. So zeigt die Studie Cottbus Survey von 20071,  dass zwischen 9,4 % bis knapp 90% der jeweiligen Altersgruppe betroffen sind – und ein Großteil geht mit diesem Problem leider nicht zum Arzt.

Dabei ist es extrem wichtig, die Ursache der Erektionsstörung zu kennen, um sie wirklich wirksam bekämpfen zu können. 

Gründe von Erektionsstörungen

Eine Erektionsstörung (oder auch erektile Dysfunktion) liegt dann vor, wenn es dem Mann nicht mehr möglich ist, eine (langanhaltende) Erektion aufzubauen, die bis zum Orgasmus bestehen bleibt. Hierfür kann es jedoch verschiedene Gründe geben – deshalb ist es wichtig, mit einem Arzt über das Problem zu sprechen. Insgesamt unterscheidet man nämlich zwischen 3 verschiedenen Ursachen.

Organische Ursachen

Vor 25 Jahren ging die Wissenschaft noch fest davon aus, dass Erektionsstörungen zum großen Teil auf psychologische Ursachen zurückzuführen wären. Heute sieht die medizinische Meinung differenzierter aus.

Schätzungen zu urteilen sind insgesamt etwa 50 % der Erektionsstörungen organisch bedingt. Bei 30 % ist hingegen von einem psychischen Einfluss auszugehen. Die restlichen 20 % sind eine Kombination aus beiden Ursachen – denn sobald eine Erektionsstörung erstmal besteht, entstehen schnell Sorgen und Ängste. Diese können langfristig zu einer psychischen Belastung führen, ein wahrer Teufelskreis.

Ab einem Alter von 50 Jahren geht man schätzungsweise bei 80 % der Betroffenen von einer körperlich bedingten Erektionsstörung aus.

Psychische Ursachen

Neben den organischen Ursachen können auch psychische Probleme, wie z. B. Stress, Depressionen sowie eine übertriebene Erwartungshaltung und Leistungsdenken eine Erektionsstörung verursachen. Daher können auch jüngere Männer von einer erektilen Dysfunktion betroffen sein – denn wenn sich der Kreislauf aus Versagensangst und Leistungsdruck erstmal ergeben hat, ist es schwierig hier wieder herauszukommen.

Seelische Faktoren, die zu einer Erektionsstörung führen können, sind z. B. Depressionen, Versagensängste, sexuelle Hemmungen, Partnerkonflikte oder ein erlittener sexueller Missbrauch in der Kindheit.

Alter als Ursache

Im Alter kommt eine erektile Dysfunktion häufiger vor – dies zeigt eine Umfrage aus dem Raum Köln mit 5.000 Männern2. Hier ist der Verlauf der Erektionsfähigkeit im Alterungsprozess deutlich zu erkennen.

Alter in JahrenBetroffene Männer in Prozent
30 – 392,3 % aller Männer der Altersgruppe
40 – 499,5 % aller Männer der Altersgruppe
50 – 5915,7 % aller Männer der Altersgruppe
60 – 7034,4 % aller Männer der Altersgruppe
70 – 8053,3 % aller Männer der Altersgruppe

Dieser ansteigende Verlauf kann damit erklärt werden, dass viele Grunderkrankungen wie z. B. Arteriosklerose, Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes verstärkt mit zunehmendem Alter auftreten.

Außerdem erschlafft die Muskulatur des Beckenbodens mit den Jahren und die maximale Durchblutung des Penis nimmt im Laufe des Alterungsprozesses immer weiter ab.

Dr. Caroline Fontana

Erektile Dysfunktion (ED) kann viele Ursachen haben, wie z.B. bestimmte Krankheiten, Medikamente und Stress.

Es ist daher wichtig, die Ursache der erektilen Dysfunktion zu identifizieren und die zugrunde liegenden Erkrankungen zu behandeln.

Dr. Caroline Fontana

Therapie von Erektionsstörungen

Wichtig: Vor der Therapie sollte immer eine sorgfältige Diagnose stehen. Leider verschreiben Ärzte Männern mit Erektionsstörungen oft ein Potenzmittel, ohne näher auf die tatsächliche Ursache der erektilen Dysfunktion einzugehen. Wer eine nachhaltige Heilung der Erektionsstörungen sucht, der sollte auf eine fundierte Diagnose bestehen. Denn eine Erektionsstörung kann der Vorbote einer ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankung sein.

So beschreibt der Urologe Dr. Pies in einem Interview bei der Berliner Zeitung den Penis als „Antenne des Herzens“. Bevor es zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt kommt, schlägt Ihr Penis sozusagen als eine Art Frühwarnsystem Alarm. 

Tritt die Erektionsstörung bei Ihnen also unerwartet und plötzlich auf und ist zudem noch nicht direkt auf Ihr Alter zurückzuführen, sollten Sie die Untersuchung beim Arzt nicht zu lange aufschieben.

Die Kombination mehrerer Therapiekonzepte kann zur Heilung einer Erektionsstörung sinnvoll sein. Folgende Therapieformen könnten für eine Behandlung in Frage kommen:

Medikamentöse TherapieformNicht-Medikamentöse Therapieform
– PDE-5-Hemmer:
Sildenafil (Viagra)
Tadalafil (Cialis)
Vardenafil (Levitra)
Avanafil (Spedra)

– Intravenöse Injektionstherapie (SKAT)
– Intraurethrale Medikamente (MUSE)
– Penisring
– Vakuumpumpe
– Operative Möglichkeiten (Schwellkörperimplantate)
– Coaching und Psychotherapie
– Gesunder Lebensstil
– Körperliches Training

Tipp: PDE-5-Hemmer, wie z. B. Viagra sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Sie können sich das Potenzmittel jedoch legal in einer lizenzierten Online Apotheke verschreiben lassen. Wie genau das funktioniert, erfahren Sie unter: Potenzmittel legal online kaufen?

Stress kann Erektionsstörungen verursachen

Vorsicht vor Stress!

Stress ist einer der Hauptursachen für psychisch bedingte Erektionsstörungen. Egal ob beruflicher Druck, familiäre Belastungen oder Stress in der Partnerschaft – das Liebesleben wird sehr schnell unter den negativen Folgen von Stress leiden.

Aber wie wirkt sich Stress auf den Körper aus? Nun, die Ausschüttung von Stresshormonen wirkt sich negativ auf die Testosteronproduktion des Mannes aus. Das wiederum führt zu einer Abnahme oder Verminderung des sexuellen Antriebs. Außerdem können durch Testosteronmangel die glatten Muskelzellen im Schwellkörper abgebaut werden – und gerade diese sind wichtig für eine gute und feste Erektion.

Fazit: Ursachen von Erektionsstörungen

Sie sehen: Erektionsprobleme können verschiedene Ursachen haben. Um die richtige Therapie zu wählen, sollten die genauen Ursachen daher bekannt sein.

In circa 50 % der Fälle hat eine Erektionsstörung organische Ursachen. Diese können sich jedoch schnell auch auf die Psyche des Menschen auswirken. Sie sollten daher nicht zögern und bei einer Erektionsstörung einen Arzt aufsuchen, um mit diesem die richtige Therapieform zu besprechen. 

Unser Tipp: Bevor Sie online gefälschte Medikamente für eine schnelle Besserung auf eigene Faust kaufen – schauen Sie sich lizenzierte Online Apotheken wie z. B. 121doc.de oder ähnliche Anbieter (hier in der Übersicht) an. Dort können Sie sich Medikamente legal per Fragebogen von Fachärzten verschreiben lassen.

Michael Scheffler | Selbsthilfe Impotenz

Michael Scheffler

Initiator, Selbsthilfe-Impotenz Interessengemeinschaft

Michael hat die Gruppe gegründet. Er ist verantwortlich für Kontakte zu anderen Gruppen, Ärzten, Psychologen, Institutionen und Medien. E-Mail bei Nachrichten: [email protected].

Quellen und weitere Literatur

  • 1 Cottbus Survey (2007): Häufigkeiten in Altersgruppen 
    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/j.1464-410X.2007.07101.x
  • 2 Kölner Studie zur Prävalenz (Häufigkeit) von Erektionsstörungen (2000) 
    https://www.researchgate.net/publication/245698410_Die_Pravalenz_von_mannlichen_Erektionsstorungen_in_Deutschland_heute_und_in_der_Zukunft_-_The_prevalence_of_male_erectile_dysfunction_in_Germany_today_and_in_the_future_-
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Leitlinien für Diagnostik und Therapie der Erektilen Dysfunktion
    http://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2012/pdf/ll_82_2012_diagnostik_und_therapie_der_erektilen_dysfunktion.pdf
  • Patientenmobilität in der EU
    https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/p/patientenmobilitaetsrichtlinie.html § 73 des Arzneimittelgesetzes (AMG) http://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/__73.html
  • Prävalenz der erektilen Dysfunktion bei Männern mittleren Alters in deutschen Ballungsräumen
    https://www.nature.com/articles/3901510#article-info
  • Epidemiologie der männlichen sexuellen Funktionsstörung (Hatzimouratidis, 2007)
    https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/1557988306298006
  • Berliner Männer Studie (BMS, 2002)
    http://www.sexuologie-info.de/pdf/Bd.10_2003_2.pdf